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Zubehör

Federstegwerkzeug und Bandwechsel

Zwei Minuten Arbeit, ein Werkzeug unter zehn Euro. Der Kratzer am Horn kostet mehr.

Selbst getragen & gemessen Eigene Fotos Keine Fälschungen, nur Hommagen Ehrliche Schwächen

Für den Bandwechsel brauchst du ein Federstegwerkzeug mit Gabel und Stift, eine weiche Unterlage und zwei Minuten. Die Gabel drückt den Federsteg an einem Horn zusammen, das Band kommt heraus; beim neuen Band setzt du eine Seite des Stegs ein und drückst die andere mit der Gabel hinein, bis sie hörbar einrastet. Federstege sind Verbrauchsmaterial und werden bei jedem zweiten Wechsel getauscht.

Was du brauchst

  • Ein Federstegwerkzeug mit Gabel an einem Ende und Stift am anderen. Kostet unter zehn Euro, oft im Set mit Federstegen.
  • Eine weiche Unterlage: Mikrofasertuch, Mauspad, Lederunterlage. Kein Küchentisch, kein Papier.
  • Gutes Licht. Der Spalt zwischen Band und Horn ist einen Millimeter breit.
  • Das neue Band in der richtigen Breite. Wie du den Bandanstoß misst.

Bandwechsel in sechs Schritten

  1. Uhr mit dem Zifferblatt nach unten auf die Unterlage legen. So siehst du auf die Rückseite der Hörner. Bei Domglas ein gefaltetes Tuch unterlegen.
  2. Gabel zwischen Band und Horn setzen. Die Gabel greift den Federsteg an seiner Schulter, dem dünnen Teil, der in die Bohrung ragt. Nicht das Band zur Seite hebeln, sondern den Steg entlang seiner Achse zusammendrücken.
  3. Steg zusammendrücken und Band herausheben. Sobald die Schulter aus der Bohrung ist, schwenkt das Band zur Seite. Der Steg bleibt im Band, meist. Wenn nicht, liegt er auf der Unterlage. Deshalb die Unterlage.
  4. Federsteg ins neue Band schieben. Bei Stahlbändern in das Endglied, bei Leder und Nylon durch die Schlaufe am Bandende. Prüfen, ob der Steg beidseitig gleich weit herausragt.
  5. Eine Seite des Stegs in die Bohrung setzen. Band leicht schräg halten, eine Schulter des Stegs in das Loch am Horn, dann das Band gerade drücken. Die zweite Schulter liegt jetzt am anderen Horn an.
  6. Zweite Seite mit der Gabel eindrücken. Gabel an die freie Schulter, zusammendrücken, Band ins Gehäuse schieben, loslassen. Ein leises Klicken sagt, dass der Steg sitzt. Am Band ziehen, in alle Richtungen. Hält es, bist du fertig. Hält es nicht, Schritt fünf und sechs wiederholen.

Bei durchgebohrten Hörnern (viele Microbrands, nicht Orient und Seiko) nimmst du den Stift: von außen durch die Bohrung drücken, der Steg gibt nach, Band ab.

Drei Werkzeugtypen

Typ Für Vorteil Nachteil
Gabel-Stift-Werkzeug Alle Uhren ohne gebohrte Hörner, also auch Orient und Seiko Ein Werkzeug für beide Fälle, unter zehn Euro, im Set mit Stegen Gabel muss zur Stegdicke passen; billige Gabeln verbiegen
Stift (Nadel) Gebohrte Hörner Präzise, kaum Kratzergefahr Nutzlos bei ungebohrten Hörnern
Federstegzange Stahlbänder mit massiven Endgliedern, viele Wechsel Greift beide Schultern gleichzeitig, kein Abrutschen Kostet das Fünffache, passt nicht in jeden Spalt

Messer, Büroklammer oder Schraubendreher tun es auch. Bis zum ersten Kratzer.

Die drei häufigsten Fehler

Kratzer am Horn. Die Gabel rutscht ab und schrammt über die Innenseite des Horns. Ursachen: zu viel Kraft, falscher Winkel, zu wenig Licht. Abhilfe: Gabel exakt an die Schulter setzen, entlang der Stegachse drücken, nicht hebeln. Wer unsicher ist, klebt Malerkrepp auf die Innenseite des Horns. Kratzer dort sieht am Handgelenk niemand. Man weiß trotzdem, dass sie da sind.

Verlorener Federsteg. Der Steg springt aus dem Band, fliegt einen Meter weit und verschwindet in der Dielenritze. Deshalb die Unterlage, deshalb der Tisch statt des Teppichs, deshalb Ersatzstege im Set.

Falsche Dicke. Federstege gibt es in Durchmessern von 1,5 bis 2,0 mm; Taucheruhren nutzen oft dickere als Dress Watches. Ein zu dünner Steg wackelt in der Bohrung, ein zu dicker passt nicht durch die Schlaufe eines Lederbandes. Den alten Steg messen oder ein Sortiment nehmen. Die Länge entspricht dem Bandanstoß.

Federstege sind Verbrauchsmaterial

Ein Federsteg besteht aus einem Röhrchen, einer Feder und zwei Stiften. Er kostet Cent. Mit jedem Wechsel ermüdet die Feder, Schweiß korrodiert das Röhrchen von innen. Ein Steg, der nicht mehr federnd zurückspringt, gehört in den Müll, nicht in die Uhr. Faustregel: Bei jedem zweiten Bandwechsel neue Stege, bei sichtbarer Korrosion sofort. Wer die Uhr auf dem Boden findet und das Band am Arm, hat am falschen Cent gespart.

Ein Set, das genügt

Das Jorest-Set enthält ein Werkzeug mit Gabel und Stift sowie Federstege in mehreren Längen. Für 20 und 22 mm reicht es aus. Wer täglich Bänder wechselt, kauft irgendwann eine Zange. Wer zwei Bänder hat, kauft dieses Set und sonst nichts.

Werbung · Affiliate-Link. Passende Bänder für 22 mm findest du auf der Seite Armbänder 20 und 22 mm.

Unsere Haltung

Bandwechsel ist die einzige Reparatur, die jeder selbst machen kann und soll. Wir verdienen an den Amazon-Links auf dieser Seite. Wir sagen trotzdem: Wenn du schon ein Werkzeug mit Gabel und Stift hast, brauchst du kein zweites. Federstege reichen.

Häufige Fragen

Wie wechsle ich das Armband ohne Werkzeug?

Bei Bändern mit Schnellwechsel-Hebel: Hebel ziehen, Band ab. Bei allen anderen nur mit Werkzeug. Messer, Büroklammer oder Schraubendreher funktionieren, hinterlassen aber Kratzer an den Hörnern. Ein Werkzeug kostet unter zehn Euro.

Welches Federstegwerkzeug brauche ich für Orient und Seiko?

Eines mit Gabel. Orient und Seiko bohren ihre Hörner nicht durch, der Stift hilft dort nicht. Ein kombiniertes Werkzeug mit Gabel und Stift deckt beide Fälle ab.

Wie oft sollte ich Federstege tauschen?

Bei jedem zweiten Bandwechsel oder sobald ein Steg nicht mehr sauber federt oder Korrosion zeigt. Federstege kosten Cent; eine Uhr, die vom Arm fällt, kostet mehr.

Welche Federstege passen in die Orient Kamasu?

Länge 22 mm entsprechend dem Bandanstoß. Der Durchmesser ist bei Taucheruhren häufig 2,0 mm [ungeprüft]; wir messen nach, sobald die Uhr auf dem Tisch liegt. Ein Sortiment mit 1,5 und 2,0 mm deckt beide Fälle ab.

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